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Seelsorgebereich "Erlanger Mitte"


St.Sebald

Hintergrundinformation

Das Bistum Bamberg leidet seit Jahren unter dem auch in anderen Diözesen festzustellenden Priestermangel. Auf dem Land wurde dies bereits spürbar dadurch, dass kleine Gemeinden keinen Pfarrer mehr erhielten und die Gläubigen stattdessen in die größere Nachbarpfarrei fahren mussten.

Neu hinzugekommen ist ab dem Jahr 2003/4 eine massive Finanzkrise, ausgelöst durch die Steuerreform des Staates und durch die immer geringer werdende Zahl an Gläubigen infolge des Geburtenrückgangs und der Kirchenaustritte.

Eine Entnahme aus Rücklagen konnte einen akuten Kollaps vermeiden, ist auf Dauer aber keine verantwortliche Lösung.

Eine Strukturreform soll nun beide Probleme lösen, das des Priestermangels und das der dauerhaft niedrigeren Finanzeinnahmen des Bistums.

Gemeinden sollen sich zu Seelsorgebereichen zusammenschließen. In diesen Seelsorgebereichen werden weniger hauptamtliche Mitarbeiter (Priester, Gemeinde und Pastoralreferenten usw.) tätig sein und dies durch Zusammenarbeit aber auch durch Reduzierung effektiver gestalten als bisher. Gleichzeitig reduziert das Bistum seine finanziellen Zuschüsse an die Gemeinden, die nun gut überlegen müssen, wofür sie das deutlich knapper werdende Geld ausgeben. Personalkürzungen, Aufgabe von Gebäuden und Reduzierung des Gemeindeangebots können durchaus die Folgen sein.

Das pastorale Konzept steht unter dem Stichwort "kooperative Pastoral". Dies besagt nicht nur die stärkere Zusammenarbeit der Priester und hauptamtlichen Mitarbeiter untereinander und über die bisherigen Pfarreigrenzen hinweg, sondern auch die stärkere Zusammenarbeit zwischen der Gemeindeleitung und der Gemeinde. Ehrenamt und Charismen der Gemeindemitglieder bekommen eine ganz neue und wichtige Rolle.

Im Gegensatz zum bisherigen Modell einer Gemeinde, die einen eigenen Pfarrer, eigene Gemeinde- oder Pastoralreferenten hat, sowie Personal für Kindergarten, Pfarrbüro, Mesner- und Hausmeisterdienste, sieht das Modell der kooperativen Pastoral vor, dass Personal für die Seelsorge und auch für die sonstigen Aufgaben nicht mehr nur für eine Gemeinde zuständig ist, sondern für den Seelsorgebereich. Auch die Seelsorger müssen ihren Blick weiten und kooperativ, d.h. zusammen arbeiten. Dabei entsteht Synergie und Einsparungen, weil manches zentral erledigt werden kann, und anderes nur einmal erstellt, aber mehrfach verwendet werden kann. Die Einzelgemeinde, autark und nur auf sich gestellt, ist ein Auslaufmodell.

Ein Beispiel: Ein Konzept für einen Kindergottesdienst oder für die Erstkommunionvorbereitung, einen Bußgottesdienst oder einen Einkehrtag kann einmal erstellt und in mehreren Gemeinden verwendet werden. Das spart Zeit und Personal.

Gemeinden, die bisher schon zusammengearbeitet haben, weil sie sich z.B. einen Priester geteilt haben, müssen diese Zusammenarbeit lediglich fortsetzen oder ausbauen. Gemeinden, die bisher für sich gestellt waren und die über ihre Gemeindegrenzen wenig oder keine Zusammenarbeit gepflegt haben, müssen sich nun auf die Suche nach geeigneten Partnern für eine Kooperation machen.

Von Bamberg vorgegeben ist die Zahl der Katholiken in einem Seelsorgebereich:

Ein Seelsorgebereich soll 8000 Katholiken oder mehr umfassen.

Dazu reichen in der Regel nicht nur zwei Partner, es müssen drei und mehr Gemeinden zusammenfinden. Zweckmäßig und sinnvoll ist natürlich ein zusammenhängendes Gebiet. Zu überlegen ist weiterhin, welche Aufgaben die Gemeinde in der Zukunft vor sich hat und welche Gemeinde(n) bei der Lösung dieser Aufgaben hilfreich und unterstützend sein können. Wichtig ist weiterhin, wie die Menschen innerhalb dieses Bereiches zueinander kommen können, Verkehrsverbindungen und Strassen müssen passen.

Auch an das Menschliche soll gedacht werden, welche Gemeinden werden sich mögen, wo gibt es vielleicht sogar Ablehnung und Unbehagen.

All diese und noch mehr Kriterien sind zu überprüfen und dann eine Entscheidung zu fällen. Wichtig ist auch die Abstimmung mit den anderen Gemeinden, denn auch die müssen festlegen, wo ihre Prioritäten in der Seelsorge liegen. Ein äußerst dynamischer Prozeß also. Diese Entscheidungen sind wohl zu überlegen, sie sollen schließlich lange tragfähig sein.

Wie gestaltet sich so ein Seelsorgebereich?

Wenn die Fragen der Partner geklärt sind, muss die Art der Zusammenarbeit und der Gestaltung dieses Seelsorgebereichs geklärt werden. Es gibt 3 Modelle, nach denen hier verfahren werden kann.

Ein "Pfarreienverbund" ist die lockerste Form der Kooperation. Hier gibt es je einen Pfarrgemeinderat und eine Kirchenverwaltung. Die Vorsitzenden und weitere Mitglieder daraus bilden gemeinsame Ausschüsse mit den anderen Partnern, bei denen jeweils ein Koordinator den Vorsitz führt.

Die "Pfarreiengemeinschaft" besteht ebenfalls aus rechtlich selbständigen Pfarreien mit einem pastoralen Team unter einem leitenden Pfarrer. Jede Gemeinde besitzt auch hier einen eigenen Pfarrgemeinderat, allerdings zusätzlich einen Seelsorgebereichsrat, in dem Vertreter aus jeder Gemeinde gemeinsame Anliegen besprechen. Die Kirchenstiftungen bleiben ebenfalls rechtlich selbständig mit eigenen Kirchenverwaltungen, aus denen zur Wahrnehmung festgelegter Aufgaben die Vorstände mit je einem weiteren Mitglied die Gesamtkirchenverwaltung bilden.

Das Modell "Eine Pfarrei" sieht vor, dass sich die bisherigen Pfarreien auflösen und eine neue Gesamtpfarrei bilden. Sie wird vom Erzbischof entweder unter einem neuen Namen oder unter einem der bisherigen Namen neu errichtet. Sie hat eine Pfarrkirche und mehrere Filialkirchen, einen Pfarrer als Leiter des pastoralen Teams, einen Pfarrgemeinderat und eine Kirchenverwaltung für den gesamten Bereich.

Wichtig ist aber auch: Vor Ort soll Seelsorge stattfinden, weil Menschen ihre Gemeinschaft in der Nachbarschaft auch im Gemeindeleben wiederfinden wollen. Menschen sollen sich nach wie vor mit ihrer Gemeinde identifizieren können.

Wie wirkt sich diese Neu-Strukturierung in Erlangen aus?

Für die Seelsorgebereiche des Dekanates Erlangen sind in Zukunft 18 Priester geplant. (Heutiger Stand: 23).

Für das weitere pastorale Personal (Diakone, PastoralreferentInnen oder GemeindereferentInnen) gilt ein Verteilungsschlüssel: je 1.000 Katholiken 0,16 Stellen für weiteres pastorales Personal.

Ein Seelsorgebereich von 8000 Katholiken hat demnach 1,25 Stellen zur Verfügung.

Einen kleinen Nachteil hat das ganze allerdings auch, und das soll hier nicht verschwiegen werden. Wir müssen uns darauf einstellen, dass sowohl Priester als auch andere hauptamtliche pastorale Mitarbeiter weniger Zeit für die und in den Gemeinden verbringen werden, weil ihr Aufgabengebiet weiter wird. Wir müssen lernen zu teilen. Doch wenn wir das geschickt machen, und wenn wir es schaffen, Eigenengagement zu wecken und zu leben, dann liegt auch darin eine große Chance. Weniger der Pfarrer als Leiter einer Gemeinde, sondern die Gemeinde selbst wird der Motor sein für das Leben in der Gemeinde.

Eigeninitiative als Notwendigkeit, Möglichkeit und Chance für die Gemeinde

Es gilt also, Eigeninitiativen auch in der Seelsorge zu entwickeln. Das können Wortgottesdienste sein, die ehrenamtlich aus der Gemeinde heraus gehalten werden oder die Bildung von Seelsorgeteams, die bestimmte Bereiche übernehmen und gestalten. Auch die Vorbereitung zu Firmung und Erstkommunion könnte aus der Gemeinde selbst gestaltet werden, mit oder ohne Begleitung eines Priesters oder GemRef/PastRef.

Besuchsdienste, der Aufbau eines Nachbarschaftsnetzes, vieles kann durch lebendiges Mittun ereicht werden. Ein gleiches gilt auch bei der zukünftigen Finanzierung der Gemeinde. Sei es durch Beteiligung an Stiftungen oder durch das Suchen neuer Einnahmequellen, neudeutsch auch als Fundraising bezeichnet. Hier ist ebenfalls Kreativität und Engagement gefragt.

Einsparungen durch Eigeneinsatz bei Aufgaben wie Gartenpflege oder Reinigungsarbeiten sind natürlich ebenfalls ein Weg zur finanziellen Konsolidierung. Ganz allgemein sollten wir uns bald auf die Suche machen nach Begabungen und Fähigkeiten in unserer Gemeinde. Bitte helfen Sie uns dabei.

Neues Motto: Mitmachen statt Zuschauen

Und was heißt das konkret für St.Sebald?

St.Sebald hat keinen eigenen Pfarrer vor Ort, Pfarrer Raimund Reinwald von St.Bonifaz ist gleichzeitig der Pfarrer von St.Sebald.

Die Versorgung mit Gottesdiensten und Seelsorge muss im Seelsorgebereich organisiert werden.

Ein mutmachendes Wort zum Schluß:

Diese Veränderung ist größer, als es oberflächlich betrachtet den Schein hat. Gemeindearbeit und Gemeindeleben wird ab 2007 nicht mehr so sein wie es bisher war, und dies gilt nicht nur für uns in St. Sebald, sondern für alle Gemeinden im Bistum.

Wenn es uns aber gelingt, nicht nur die Verluste zu sehen, die dieser Prozeß zweifellos mit sich bringen wird, sondern auch aktiv die Chancen zu ergreifen, die sich den Gemeinden damit bieten, dann kann dieser aus der Not geborene Veränderungsprozeß zum fruchtbaren Segen werden. Das zweite Vatikanische Konzil hat über die Gemeinde gesagt, sie sei das pilgernde und wandernde Gottesvolk. Machen wir uns auf den Weg!


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